Mitwirkende

Die Deutsche Theatertechnische Gesellschaft (DTHG) hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit der Frage beschäftigt, welche Instrumente geschaffen werden können, um auch während einer Pandemie den Betrieb in Kultureinrichtungen wieder sicher aufnehmen zu können.

Angefacht durch öffentlich ausgetragene Diskussionen fokussiert sich in jüngster Zeit der Blick einer verunsicherten Öffentlichkeit verstärkt auf den Zustand und die Beschaffenheit von RLT-Anlagen in Theatern und Konzerthäusern.
Raumlufttechnische Anlagen bieten bei gut eingestellten Parametern einen größtmöglichen Schutz vor der Ansteckung mit Covid 19. Anlagenüberwachung, die geregelte Frischluftzufuhrt und Strömungsrichtungen von abzuführenden Luftmengen sind aufzunehmende Kenngrößen einer Bestandsaufnahme der Häuser.
Die Anlagen, meist nach den Hygieneansprüchen der VDI 6022 errichtet, bedürfen der Bestandssichtung, die sich aus den Anforderungen des optimalen Pandemieschutzes ergeben.

 


Aus diesem Grund startete die DTHG gemeinsam mit dem NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft ein Forschungsprojekt.

Die Risiken hinsichtlich der Infektionsübertragung über Aerosole standen dabei im Mittelpunkt der Überlegungen. Den Betreibern, Behörden und Politikern sollen umsetzbare und nachprüfbare Empfehlungen an die Hand gegeben werden. Das in diesem Bericht vorliegende Ergebnis ermöglicht, diese Einschätzungen mittels zu erhebender Kenngrößen vorzunehmen. So soll das Vertrauen der Besucher gestärkt werden, dass das Risiko für eine Infektion während eines Aufenthaltes in kulturellen Einrichtungen minimiert ist. Insbesondere soll die große Bedeutung raumlufttechnischer Systeme für hygienegerechte Wohlfühlatmosphäre in den Kulturorten unterstrichen werden.

115 Spielstätten/Räume sind in 26 von 27 Theatern und Konzerthäusern NRWs von Mitte Dezember 2020 bis Ende Januar 2021 untersucht worden.
Obwohl fast 75% aller Anlagen älter als 25 Jahre sind, konnten ca. 80% der Räume optimale Lüftungsergebnisse erzielen. 20% der Räume müssen durch geeignete Maßnahmen ertüchtigt werden.
100 Probenräume wurden erfasst, 34 verfügen nur über eine Fensterlüftung.

Die Bestandsaufnahme ist sowohl Studie als auch fortlaufendes Projekt. Sie beginnt an der Stelle, an der andere Projekte enden. Eine praxisnahe Erfassung der Leistungsfähigkeit der Anlagen ermöglicht Hygienekonzepte, die passgenau auf das einzelne Haus abgestimmt werden können. Konkrete Hilfe als direktes Angebot an die Hausleitungen.

Wir bedanken uns bei:

Frau Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, für das in uns gesetzte Vertrauen, das den Anstoß und die Beauftragung zur Durchführung dieser Untersuchung gegeben hat.

Frau Bettina Milz, Referatsleiterin für Theater, Tanz und Musik in der Kulturabteilung der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, die das Projektteam mit ihrer Expertise begleitete.

Marc Grandmontagne, geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, sowie bei Raphael von Hoensbroech und Michael Schmitz-Aufterbeck für die Unterstützung bei der Datenerfassung durch Mitarbeitende der Spielstätten.

Wir danken den folgenden Autoren und Ansprechpartnern, deren Ausarbeitungen wir aufmerksam verfolgten und denen wir wertvolle Anregungen für unsere Ausarbeitung entnehmen konnten:

Dipl.-Ing. Anne Hartmann, Hermann-Rietschel-Institut, Fachgebiet Gebäude-Energie-Systeme, Technische Universität Berlin
Prof. Dr. Martin Kriegel (Leiter des Hermann-Rietschel-Instituts, TU Berlin)
Dr. Heinz-Jörn Moriske (Direktor und Professor im Umweltbundesamt, Geschäftsführer der Kommission Innenraumlufthygiene)
Prof. Dr. Wolfgang Schade (Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, Goslar)

Das Projektteam der DTHG:

Arnold Brunner
Mitautor des Prüfreglements, Dipl. HLK-Ingenieur, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Reinraumtechnik; 1988 gründete er die Brunner Haustechnik AG, 2008 erhielt er die Ehrenplakette des VDI in Anerkennung seines Einsatzes in den Fachgebieten Raumlufttechnik und Reinraumtechnik, bis 2018 hauptamtlicher Dozent für Gebäudetechnik an der Hochschule Luzern, Abteilung Technik & Architektur

Hubert Eckart
Geschäftsführer der DTHG Service GmbH, studierte Theaterwissenschaft und arbeitete als Dramaturg, Regisseur, Operndirektor und Intendant an verschieden Theatern. Im Jahr 2000 gründete er die Produktionsfirma ABACUS Medien & Netz und programmiert Datenbankanwendungen und mehr.

Hans-Joachim Falk
Experte & Gutachter, Fachwirt für Facilitymanagement, Tätigkeiten im Immobilienmanagement von gewerblichen Immobilien. Seit 2017 ist er zuständig für die technische Infrastruktur des Düsseldorfer Schauspielhauses.

Rüdiger Külpmann
Dr.-Ing. der Fachgebiete Heizungs- und Klimatechnik, Professor für Heizungs- und Klimatechnik an der Beuth Hochschule für Technik Berlin. Professor an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur, Institut für Gebäude- und Energietechnik, F&E-Mitarbeiter für den Bereich Gesundheit und Hygiene. F&E-Gebiete: Entwicklung und Qualifizierung von Lüftungskonzepten für Krankenhäuser, speziell OP-Räumen. Mitglied der Sektion Krankenhausbau und RLT der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V. (DGKH), seit 2006 Richtlinien-Mitarbeit: DIN 1946-4, SWKI VA 105-01, VDI 6022

Marius Lohmann
Projekt- und Account Management, Studium der Angewandten Kommunikation und Medienwissenschaft, zertifizierter Projektmanager und Scrum Master, spezialisiert auf die Konzeption und Realisierung von Digital Projekten.

Hans-Joachim Rau
1998 technische Projektleitung für das Kultur- und Ereignisprogramm zur EXPO2000 in Hannover; Technischer Direktor Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Volksoper Wien, Düsseldorfer Schauspielhaus. Seit 1989 Mitglied der DTHG, seit 2017 im Vorstand. Seit 2013 Mitglied im erweiterten Vorstand der OETHG.

Dieter Reeps
Experte & Gutachter, Technischer Leiter im Deutschen Pavillon zur Expo2000, langjähriger Technischer Leiter der Ruhrtriennale

Wesko Rohde
Vorsitzender des Vorstandes und Geschäftsführer der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft e.V.. Mehr als 35 Jahre Theatererfahrung, Technischer Direktor an verschiedenen Theatern, Meister für Veranstaltungstechnik. Projektverantwortlicher beim BKM-Heritage-Projekt “Sanierung von Theatern und Kulturbauten”, Fachberater für Bau und Sanierung, regelmäßige künstlerische Tätigkeiten als Bühnenbildner.

Achim Sell
Experte & Gutachter, Mitautor des Prüfreglements, arbeitete über 20 Jahre für die renommierte Planungsgesellschaft Gerling + Arendt in Berlin, davon 15 Jahre als geschäftsführender Gesellschafter. In dieser Zeit betreute er mit einem Team von Architekten und Ingenieuren die Baumaßnahmen zahlreicher Theater und Opernhäuser im In- und Ausland. Als Baukoordinator der Staatsoper Berlin hat Sell die Geschäftsführung unterstützt, nach dem großen Umbau die Restarbeiten der Baumaßnahme parallel zum laufenden Spielbetrieb reibungslos und zügig zu erledigen. Seit 2019 ist Sell dort Betriebsingenieur der Technischen Direktion.